Rechtsextremismus – Handlungsdruck auf Politik wächst

Ergebnis des Spitzengesprächs bei BMFSFJ und BMI

Am 24. Januar fand auf Ein­la­dung von Bun­des­mi­nis­te­rin Dr. Kris­tina  Schrö­der und Bun­des­mi­nis­ter Dr. Hans-Peter Fried­rich ein Spit­zen­ge­spräch mit ca. 20 Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern der Zivil­ge­sell­schaft statt, an dem auch Lothar Harles in sei­ner Funk­tion als  bap-Vorsitzender teil­ge­nom­men hat. Zwar wur­den keine kon­kre­ten Ver­ein­ba­run­gen zwi­schen Regie­rung und Zivil­ge­sell­schaft getrof­fen, aber dafür  wurde deut­lich: der Hand­lungs­druck auf die Regie­rung wächst.

Von den Betei­lig­ten wur­den neben Pro­bl­em­an­zei­gen und –ana­ly­sen eine Fülle von Bei­spie­len benannt, die bele­gen, dass schon vie­les unter­nom­men wird, den nega­ti­ven Ent­wick­lun­gen ent­ge­gen­zu­tre­ten. Harles ver­wies auf die zahl­rei­chen Akti­vi­tä­ten des bap und sei­ner Mit­glieds­or­ga­ni­sa­tio­nen und for­derte eine stär­kere poli­ti­sche Kennt­nis­nahme der Leis­tungs­mög­lich­kei­ten der poli­ti­schen Bil­dung und die Unter­stüt­zung ihrer Infrastruktur.

Zahl­rei­che Teil­neh­mende kri­ti­sier­ten erneut die sog. Extre­mis­mus­klau­sel des BMFSFJ, die als Hin­der­nis für das Enga­ge­ment vie­ler Grup­pen bezeich­net wurde. Die­ser Appell blieb erfolg­los. In der abschlie­ßen­den Stel­lung­nahme machte Bun­des­mi­nis­te­rin Dr. Schrö­der deut­lich, dass sie davon nicht abge­hen werde. Eben­falls auf Kri­tik stie­ßen die För­der­mo­da­li­tä­ten. Diese füh­ren dazu, dass nach dem Aus­lau­fen der jewei­li­gen För­de­rung (spä­tes­tens nach drei Jah­ren) an ande­rer Stelle neu begon­nen werde müsse. Im Hin­blick auf die Siche­rung der Nach­hal­tig­keit der Pro­jekte und die wei­tere Nut­zung des erwor­be­nen Know­how sei die­ses Ver­fah­ren nicht akzep­ta­bel und müsse drin­gend geän­dert wer­den. In den Abschluss­state­ments lie­ßen beide Minis­ter erken­nen, dass sie keine Mög­lich­keit sähen, an der befris­te­ten (Modell-) Pro­jekt­för­de­rung etwas zu ändern. Die Bun­des­haus­halts­ord­nung und die Bun­des­zu­stän­dig­kei­ten lie­ßen keine andere Rege­lung zu.

Auch die Absicht des BMFSFJ, ein Kom­pe­tenz­zen­trum gegen den Rechts­ex­tre­mis­mus (zur Siche­rung des Trans­fers von Pro­jekt­er­geb­nis­sen) ein­zu­rich­ten und mit 2 Mio. Euro jähr­lich zu betrei­ben, sahen viele der Anwe­sen­den kri­tisch. Wenn über­haupt, dann soll­ten damit die Trä­ger aus der Infra­struk­tur der poli­ti­schen Bil­dung betraut werden.

Allen Bei­trä­gen war gemein­sam, dass die Reak­tion auf den Rechts­ex­tre­mis­mus als eine Dau­er­auf­gabe unse­rer Gesell­schaft ver­stan­den wird. Zu Recht wird die Situa­tion so ein­ge­schätzt, dass vom Erfolg die­ser Bemü­hun­gen auch die Zukunft unse­rer Demo­kra­tie abhängt. Gefragt sind daher aktive Bür­ge­rin­nen und Bür­ger und eine aktive Zivil­ge­sell­schaft. Diese Erkennt­nis ist auch bei der Poli­tik ange­kom­men. Der vor­han­dene Hand­lungs­druck sollte als Chance für wei­tere For­de­run­gen aus der Zivil­ge­sell­schaft genutzt wer­den Wich­tig ist, dass die Trä­ger, wenn­gleich sie sich im Wett­be­werb um weni­ger wer­dende För­der­mit­tel befin­den, gemein­sam poli­ti­schen Druck im Hin­blick auf wei­tere Maß­nah­men aufbauen.

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