Preisträger 2009

Die Preisträger stehen fest. Den mit 10.000 Euro dotierten ersten Preis teilen sich zwei Projekte aus Hamburg und Berlin.

1. Preis: „Junge Migrantinnen und Migranten: Fit für den Beruf und engagiert in der Gesellschaft“

Das Projekt setzt sich für Jugendliche mit Migrationshintergrund ein und entwickelt für sie spezielle politische Bildungsangebote. Ziel der Arbeitsgemeinschaft selbstständiger Migranten e.V. und der Arbeitgemeinschaft türkischer Unternehmer und Existenzgründer e.V. aus Hamburg ist es, den Jugendlichen Politik verständlicher zu machen und gleichzeitig ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Das Projekt wurde von Arbeitgebern aus der Wirtschaft angeregt und repräsentiert ein gesellschaftliches und politisches Engagement einerseits sowie die Verbindung von beruflicher Ausbildung und Orientierung mit politischer Bildung andererseits.

1. Preis: „Stadtteilmütter auf den Spuren der Geschichte“ 

Das Projekt der Aktion Sühnezeichen aus Berlin hat es sich zur Aufgabe gemacht, deutsche Geschichte zu vermitteln, in diesem Fall die Geschichte des Nationalsozialismus. Frauen mit Migrationshintergrund, die überwiegend als Erwachsene eingewandert sind und keine deutsche Schule besucht haben, haben im Rahmen des Projekts die Möglichkeit, Wissen über die Zeit des Nationalsozialismus zu erwerben. Als Multiplikatorinnen geben sie jetzt das Gelernte in ihrer Muttersprache weiter.

2. Preis: „Jugend entdeckt Demokratie“

Den mit 5.000 Euro dotieren zweiten Preis nehmen Vertreter des LidiceHaus in Bremen und der Bildungsstätte Alte Schule Anspach in Neu Anspach entgegen. Im Rahmen ihres Projekts „Jugend entdeckt Demokratie“ wurden Multiplikatoren ausgebildet, die eine intensive Auseinandersetzung mit den Themen Diskriminierung, Rassismus, Faschismus und Demokratie ermöglichen. Durch diese Qualifizierung wirkt das Projekt in besonderer Weise nachhaltig. Zudem zeichnet es sich dadurch aus, dass es generationsübergreifend und überregional angelegt ist.

Sonderpreis: „ungeduldig – ein Film von jungen Flüchtlingen“

Den mit 1.000 Euro dotierten Sonderpreis erhält das Filmprojekt „ungeduldig – ein Film von jungen Flüchtlingen“ aus Hamburg. Der Film stellt die geduldeten Flüchtlinge als gesellschaftliche Akteure, aber auch als kompetente Kritiker von gesellschaftlichen Ausgrenzungsprozessen vor. Zudem bietet er ihnen die Möglichkeit, ihre eigene Situation zu reflektieren, darzustellen und schließlich öffentlich sichtbar zu machen. Damit bewegt sich das Filmprojekt auf der Schnittstelle zwischen politischer und kultureller Bildung. Laut Jury spiegelt der Film ein hohes Maß eigenen Engagements und Kritikfähigkeit einer unterprivilegierten Zielgruppe wider.