{"id":2357,"date":"2019-10-02T11:05:58","date_gmt":"2019-10-02T09:05:58","guid":{"rendered":"https:\/\/empowered-by-democracy.de\/?p=2357"},"modified":"2019-12-17T10:28:29","modified_gmt":"2019-12-17T09:28:29","slug":"3-fragen-an-maud-vogel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/empowered-by-democracy.de\/2019\/10\/02\/3-fragen-an-maud-vogel\/","title":{"rendered":"\u201e3 Fragen an &#8230;\u201c Maud Vogel"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_2359\" aria-describedby=\"caption-attachment-2359\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2359 size-medium\" src=\"https:\/\/empowered-by-democracy.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Maud_Vogel-300x211.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"211\" srcset=\"https:\/\/empowered-by-democracy.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Maud_Vogel-300x211.jpg 300w, https:\/\/empowered-by-democracy.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Maud_Vogel-768x541.jpg 768w, https:\/\/empowered-by-democracy.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Maud_Vogel-1024x721.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2359\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Christoph Breuer<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Wie sensibilisiert man Jugendliche und junge Erwachsene mit Migrationserfahrung f\u00fcr Antisemitismus? Maud Vogel sprach mit uns \u00fcber ihre Erfahrungen in der politischen Jugendbildung.<\/em><\/p>\n<p><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><\/p>\n<p><strong>Warum ist Antisemitismus in der Einwanderungsgesellschaft ein Thema?<\/strong><br>Antisemitismus findet sich in allen gesellschaftlichen Gruppen und Bereichen: im rechten und linken politischen Spektrum, in der sogenannten Mitte der Gesellschaft und im politischen Islam. Der Hass auf J\u00fcdinnen und Juden l\u00e4sst sich in allen Gruppen sowohl geschichtlich nachzeichnen als auch an aktuellen Beispielen belegen. Dabei tragen Menschen antisemitische Ressentiments und Stereotype h\u00e4ufig nicht bewusst und auch gegen eigene Absichten weiter. In der deutschen Einwanderungsgesellschaft sind wir mit speziellen Formen des Antisemitismus konfrontiert. Die historischen, politischen und religi\u00f6sen Bez\u00fcge h\u00e4ngen mit dem jeweiligen Migrationshintergrund von Einwanderungsgruppen und ihrer gesellschaftlichen Situation zusammen. Die Rede von einem \u201eimportieren Antisemitismus\u201c dient allerdings nur dazu, sich der notwendigen Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Problemen zu entziehen. Sie suggeriert, dass es vor der Zuwanderung, insbesondere aus L\u00e4ndern des Nahen Ostens, kein Problem mit antisemitischen Ressentiments gab. Das stimmt so nicht und spielt Menschen gegeneinander aus.<\/p>\n<p><strong>Bei \u201eEmpowered by Democracy\u201c arbeiten Sie mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Migrationserfahrung. Wie bringen Sie ihnen das Thema Antisemitismus nahe?<\/strong><br>Wir finden es besonders wichtig, Jugendlichen ein Verst\u00e4ndnis von Antisemitismus zu vermitteln, das sich nicht allein auf die Zeit des Nationalsozialismus beschr\u00e4nkt. Wir nehmen auch in den Blick, wie anpassungsf\u00e4hig antisemitische Ressentiments sind und wie best\u00e4ndig sie sich halten. Woher kommen j\u00fcdinnen- und judenfeindliche Stereotype? Welche Funktion erf\u00fcllen sie? Wie k\u00f6nnen wir aktuellem Antisemitismus als Individuen und als Gesellschaft begegnen? Diese Fragen stehen im Fokus unserer Arbeit. Zum gesellschaftlichen Leben in Deutschland geh\u00f6rt aber auch die Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte. Wir m\u00f6chten die Jugendlichen f\u00fcr unsere gemeinsame Verantwortung im Umgang mit dem Nationalsozialismus und seinen Folgen sensibilisieren \u2013 unabh\u00e4ngig von kulturellen, sozialen oder ethnischen Hintergr\u00fcnden.<\/p>\n<p><strong>Welchen Beitrag leistet die politische Jugendbildung, um antisemitischen Stereotypen und Verschw\u00f6rungstheorien entgegenzutreten?<\/strong><br>Es gibt noch zu wenige Projekte und Initiativen, die auf aktuelle Erscheinungsformen des Antisemitismus eingehen und sie zum Inhalt p\u00e4dagogischer Arbeit machen. Das beobachte ich gerade in Sachsen. Gleichzeitig hat Antisemitismus f\u00fcr die meisten Jugendlichen kaum Bedeutung. Weder der historische Antisemitismus noch die gegenw\u00e4rtige Situation von J\u00fcdinnen und Juden sind Themen, \u00fcber die sie regelm\u00e4\u00dfig nachdenken und reden. Die wichtigste Aufgabe antisemitismuskritischer Bildungsarbeit ist daher nicht nur, Jugendliche aufzukl\u00e4ren oder Wissen zu vermitteln. In erster Linie m\u00f6chten wir bei den Jugendlichen Interesse wecken und sie f\u00fcr das Thema sensibilisieren. Wenn uns das gelingt, k\u00f6nnen wir antisemitische Denkmuster in Frage stellen und alternative Sichtweisen aufzeigen.<\/p>\n\n\n<p><strong>\u00dcber Maud Vogel<\/strong><br>Maud Vogel arbeitet freiberuflich in der politischen Jugendbildung. F\u00fcr \u201eEmpowered by Democracy\u201c betreut sie das Projekt \u201eErinnerungskultur in der Migrationsgesellschaft\u201c, das von ARBEIT UND LEBEN Sachsen in Kooperation mit dem Bildungsverein \u201eParcours\u201c durchgef\u00fchrt wird. Die Ma\u00dfnahme m\u00f6chte Jugendliche und junge Erwachsene mit Migrationserfahrung f\u00fcr historischen und aktuellen Antisemitismus sensibilisieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie sensibilisiert man Jugendliche und junge Erwachsene mit Migrationserfahrung f\u00fcr Antisemitismus? 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