Fortbildung: „Wohlstand innerhalb planetarer Grenzen“

Fortbildung: „Wohlstand innerhalb planetarer Grenzen“

Termin Details

  • Datum: –

„Wohlstand innerhalb planetarer Grenzen“

Kontroversen um (Post-)Wachstum und Wirtschaftspolitik in Zeiten multipler krisen

Hitzewellen, Dürren und Überschwemmungen, steigende Lebenshaltungskosten und Konflikte um Ressourcen: Multiple Krisen prägen zunehmend gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen. Ihre Folgen sind im Globalen Norden wie im Globalen Süden spürbar, allerdings unter sehr unterschiedlichen Bedingungen und mit ungleich verteilten Belastungen. Damit stellen sich grundlegende Fragen: Wie lässt sich gesellschaftlicher Wohlstand innerhalb planetarer Grenzen sichern? Welche Rolle spielt dabei Wirtschaftswachstum? Und welche unterschiedlichen Wege werden diskutiert?

Der Bundesausschuss Politische Bildung (bap) e.V. lädt alle politischen Bildner*innen und weitere Interessierte ein, sich in einer digitalen Fortbildung sich mit diesen Fragen aus unterschiedlichen, pluralen wirtschaftswissenschaftlichen und gesellschaftlichen Perspektiven auseinanderzusetzen. Sie bietet eine Einführung in die plurale Ökonomik und beleuchtet das Verhältnis von Wirtschaftswachstum, Wohlstand sowie planetaren und sozialen Grenzen. Dabei werden verschiedene Verständnisse von Wirtschaft und Wohlstand ebenso aufgegriffen wie die gesellschaftliche Einbettung wirtschaftlicher Prozesse.

Kontroversität bildet dabei einen zentralen Bezugspunkt: Wirtschaftliche Fragen sind Gegenstand unterschiedlicher wissenschaftlicher Erklärungen, gesellschaftlicher Interessen und politischer Auseinandersetzungen. Im Sinne des Beutelsbacher Konsenses und insbesondere des Kontroversitätsgebots gilt es, diese unterschiedlichen Perspektiven sichtbar und für die politische Bildung zugänglich zu machen.

Am Beispiel der Ansätze des grünen Wachstums, Postwachstums und Degrowth werden zentrale wissenschaftliche und gesellschaftspolitische Kontroversen erschlossen. Welche Annahmen liegen den unterschiedlichen Ansätzen zugrunde? Wo bestehen Gemeinsamkeiten und Unterschiede? Welche Argumente, empirischen Befunde und Kritikpunkte prägen die Debatten? Die Fortbildung bietet Raum, unterschiedliche Positionen kennenzulernen, miteinander ins Verhältnis zu setzen und ihre gesellschaftlichen und politischen Implikationen nachzuvollziehen.

Abschließend richtet sich der Blick auf die politische Bildungsarbeit: Wie lassen sich ökonomische Fragen in ihren gesellschaftlichen Zusammenhängen fachlich fundiert, kontrovers und lebensweltnah erschließen? Anhand ausgewählter Materialien und Beispiele werden zentrale fachdidaktische Prinzipien und typische Kontroversitätsfallen aufgegriffen. In einem gemeinsamen Austausch werden Anknüpfungspunkte für die jeweiligen Bildungskontexte entwickelt.

Valentin Sagvosdkin ist Ökonom, Transformationsforscher und Bildungsreferent. Er hat an der Europa-Universität Flensburg zu Nachhaltigkeitsnarrativen mit Schwerpunkt auf Suffizienz und Postwachstum promoviert. Weitere Schwerpunkte seiner Forschung sind plurale Ökonomik im Wirtschaftsjournalismus und gemeinwohl-orientierte Unternehmen. In seiner Bildungsarbeit geht es um plurale und interdisziplinäre Perspektiven auf Gesellschaft und Wirtschaft(spolitik). 

Dr. Marcel Beyer ist Academic Lecturer und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bielefeld im Bereich Sozialwissenschaften und ihre Didaktik. Er forscht im Bereich sozialwissenschaftliche Zukünftebildung. Als ausgebildeter Lehrer, Lehrmittelautor und Dozent engagiert er sich für eine emanzipatorische sozialwissenschaftliche Bildung im Sinne von Pluralität und Interdisziplinarität.

Die Fortbildung richtet sich an politische Bildner*innen aus unterschiedlichen Praxisfeldern. Vorkenntnisse zu pluraler Ökonomik oder
Postwachstumsansätzen sind nicht erforderlich.

Herzlich willkommen!

PS: Gerne können Sie Bekannte und Kolleg*innen auf die Fortbildung hinweisen. Wir freuen uns auf Ihre und Eure Teilnahme!

Eine Teilnahme ist nach vorheriger Anmeldung möglich. Anmeldeschluss ist am 19.11.2026.