bap-Preis Politische Bildung 2022: Die Preisträgerprojekte stehen fest

bap-Preis Politische Bildung 2022: Die Preisträgerprojekte stehen fest

Preis Politische Bildung 2022: Politische Bildung braucht Begegnung. Hybride Lernformate, digitale Lernwelten & authentische Lernorte.

Am 31.05. endete die Ausschreibung für den bap-Preis Politische Bildung 2022 unter dem Motto „Politische Bildung braucht Begegnung. Hybride Lernformate, digitale Lernwelten & authentische Lernorte.“ Die Leitfragen der Ausschreibung waren: Wie kann gute Politische Bildung mit digitalen oder hybriden Formaten gelingen? Wie kann das Zusammenspiel zwischen Hybridformaten, digitalen Lernwelten und authentischen Lernorten Begegnung und Politisches Lernen unterstützen? Wie kann gewährleistet werden, dass am Ende mehr gleichberechtigte Teilhabe ermöglicht wird?

64 hervorragende und vielfältige Projekte der politischen Jugend- und Erwachsenenbildung wurden eingereicht. Nun stehen die Preisträger fest. Da die Qualität der Einreichungen insgesamt außerordentlich hoch war, entschied die achtköpfige Jury, zwei erste und zwei zweite Plätze zu vergeben.

Die diesjährigen Preiträgerprojekte sind:

Platz I

„Hidden Codes (Serious Game)“, Bildungsstätte Anne Frank e.V., Frankfurt          

Mit dem Serious Game „Hidden Codes“ stellt die Bildungsstätte Anne Frank e.V. ein Novum in der politischen Bildungsarbeit vor: Es sensibilisiert junge Menschen dafür, Anzeichen von rechtsextremer und islamistischer Radikalisierung zu erkennen und adäquat darauf zu reagieren – spielerisch und realitätsnah zugleich. Mit dem Spiel sollen Jugendliche ein Gespür für problematische Inhalte im Netz entwickeln und diesen im eigenen Umfeld entgegentreten. Bei der Entwicklung war es besonders wichtig, die Jugendlichen dort abzuholen, wo sie sich besonders oft und gerne aufhalten: in den Sozialen Medien. Mit dem Spiel werden die Jugendlichen also selbst aktiv und sind wirklich involviert, sowohl emotional als auch kognitiv.

„NSU – Terror mitten in Deutschland. Ein Medienpaket“, Georg-von-Vollmar-Akademie e.V., Kochel am See          

Mit dem „NSU – Terror mitten in Deutschland.“ hat die Georg-von-Vollmar-Akademie e.V. ein digitales Medienpaket rund um den NSU entwickelt, überarbeitet und dieses in unterschiedlichen Praxisformen erprobt. Das Medienpaket klärt über die Gefahren des Rechtsextremismus und extremistischer Ideologien auf und verdeutlicht die daraus resultierenden Herausforderungen für unser demokratisches Zusammenleben. Mit dem Medienpaket soll den Nutzer*innen die vergangene, gegenwärtige und zukünftige Bedeutung der Thematik „NSU“ bewusst gemacht und ihnen konkrete Handlungsstrategien gegen Rechtsextremismus an die Hand gegeben werden.

Platz II

„Das Kurierkomplott“, Anne Frank Zentrum, Berlin

Das Projekt „Das Kurierkomplott“ vom Anne Frank Zentrum in Kooperation mit der Agentur mediale pfade und der Jugendstrafanstalt Plötzensee hat ein digitales, interaktives Lernspiel speziell für Menschen in Haft konzipiert. Es ermöglicht eine spielerische Auseinandersetzung mit gegenwärtig virulenten Verschwörungsmythen: Indem die Spielenden in den Alltag von Kurierfahrer*innen eintauchen, erfahren sie auf ihrer Suche nach der Wahrheit zielgruppengerecht die Funktionen und Folgen der Verbreitung von Fake News und Verschwörungsmythen und gehen der Frage nach, warum Antisemitismus darin eine zentrale Rolle einnimmt.

„#digital_global. Machtkritische Bildung zur Digitalisierung“, F3_kollektiv, Köln

Das Projekt „#digital_global. Machtkritische Bildung zur Digitalisierung“ vom F3_kollektiv entwickelt machtkritische Bildungsmaterialien und Angebote zum globalen Prozess der Digitalisierung. Das Projekt geht der Frage nach, wie die digitale Transformation mit globalen Prozessen in den Bereichen Wirtschaft, Umwelt und Menschenrechte zusammenhängt. In thematischen Modulen zeigt das Projekt Handlungsperspektiven von Menschen und Initiativen aus verschiedenen Regionen Lateinamerikas auf und verdeutlicht, wie wichtig die Perspektiven aus dem Globalen Süden sind, um unseren digitalen Alltag kritisch verstehen und reflektieren zu können.

Über die Vergabe der Preise hat eine Jury entschieden, die sich wie folgt zusammensetzte: 

  • Dr. Phillip Laurenz Rogge, Leiter des Referats „Jugend und politische Bildung“ im Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend (BMFSFJ)
  • Julius Lübbersmann, Referent im Fachbereich Trägerförderung der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb
  • Ulrike Bahr, Mitglied des Deutschen Bundestags, Vorsitzende des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  • Elisabeth Kaiser, Mitglied des Deutschen Bundestags, Vorsitzende des Kuratoriums der Bundeszentrale für Politische Bildung/bpb
  • Marc Henrichmann, Mitglied des Deutschen Bundestags, stellv. Vorsitzender des Kuratoriums der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb 
  • Dr. Steve Kenner, Dozent an der Freien Universität Berlin, Vertretung der Professur für Politikdidaktik mit dem Schwerpunkt Bildung für Nachhaltigkeit / Transformative Bildung
  • Julia Riedel, Vorstandsmitglied des Bundesausschusses Politische Bildung (bap) e.V.
  • Wilfried Klein, Vorsitzender des Bundesausschusses Politische Bildung (bap) e.V.
 

Bei allen Projekten wurde besonderer Wert auf die didaktischen und methodischen Ansätze gelegt, die den argumentativen Austausch unter den Teilnehmenden stärken. Die Vergabekriterien orientierten sich an folgenden Aspekten:

  • Projekte mit Nachahmungscharakter
  • Projekte mit besonderer Originalität
  • Projekte mit Impulsfunktion

Die Preisträger*innen werden bei der feierlichen Verleihung am 27. September 2022 in Berlin ausgezeichnet. Weitere Informationen rund um den Preis erhalten Sie auf unserer Webseite sowie auf Facebook und Twitter: #bapPreis2022

Fragen richten Sie bitte an die EMailAdresse: bap-preis2022@bap-politischebildung.de

Wir bedanken uns bei allen Bewerber*innen für die Teilnahme mit ihren hervorragenden Projekten!