Workshops am Freitag, den 8. März 2019 (11.30 – 13.00 Uhr)

Scham als Ressource in der Politischen Bildung
Emotionen sind bereits seit langer Zeit Ziel zahlreicher Studien und tangieren alle Menschen – auch in ihrer politischen Wahrnehmung und Entscheidungsfindung. In diesem interaktiven Workshop wird es um Scham gehen – ein Gefühl, das oftmals zunächst als negativ oder zumindest problematisch wahrgenommen wird. Der Workshop wird einen neuen Blick auf dieses Gefühl eröffnen, es begrifflich und konzeptionell klären, aus verschiedenen kulturellen Perspektiven beleuchten und beschreiben, wie es als Ressource und Impuls für individuelles oder kollektives Wachstum wahrgenommen werden kann.
Format: Interaktiver Workshop
Workshopleitung:

  • Elisabeth Vanderheiden, Katholische Erwachsenenbildung Rheinland-Pfalz
  • Claude-Hélène Mayer, Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder)

Ort: Kongresshalle, Mahlersaal

Emotionsarbeit als Prävention
Terroristische Anschläge rufen Emotionen hervor. Damit Gefühle wie Angst und Bedrohung bei Jugendlichen nicht in Hass umschlagen, muss politische Jugendbildung es ermöglichen, diese Ereignisse in ihrer gesellschaftspolitischen Reichweite zu verstehen und ihnen so kritisch reflektiert zu begegnen. 
Aber welche Strategien des Umgangs mit den emotionalen Erfahrungen der Jugendlichen hinsichtlich der gesellschaftlichen Folgen von Terrorismus gibt es für uns als politische Bildner*innen? 
Eine praxisnahe Antwort möchten wir mit unserem mediengestützten Methodenworkshop geben.
Format:mediengestützter Methodenworkshop
Workshopleitung:

  • Anna Krämer, Bildungsstätte Alte Schule Anspach (basa) e.V.
  • Dana Meyer, Bildungsstätte Alte Schule Anspach (basa) e.V.

Ort: VHS Leipzig, Raum 104

Politische Bildung mit Kindern zum Thema Flucht und Ausgrenzung
Die Forderung „Kinder von Anfang an politisch zu bilden“ ist in den letzten Jahren verstärkt wahrgenommen und umgesetzt worden. Sie trägt der Analyse Rechnung, dass Kinder nicht in einem politikfreien Raum leben, sondern Teil der Gesellschaft sind, die mitreden wollen und gesellschaftlichen Themen auf vielfältige Weise begegnen. Die Thematik „Menschen auf der Flucht“ wirft auch bei Kindern Fragen auf, weckt manchmal Ängste oder erzeugt Unsicherheit. In unserem Projekt „Es ist deine Kampagne!“ haben wir uns dem Thema angenommen und wollen einen Einblick in unsere Ansätze und Methoden geben.
Format:Präsentation und Diskussion
Workshopleitung:

  • Bettina Dettendorfer, Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein
  • Christine Reich, Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein

Ort: VHS Leipzig, Raum 207

Heimatgefühle oder Aneignungsprozesse von Heimat
Heimatgefühle entstehen zunächst durch das Erleben von Geborgenheit. Angesichts von Zuwanderung und gesellschaftlichen Brüchen braucht es zusätzliche soziale, politische, gesellschaftliche und ideelle Aneignungsprozesse. Hier greift die politische Bildung. In diesem Workshop sollen entsprechende Aneignungsprozesse diskutiert werden. Das Spektrum reicht von einem eher traditionellen Heimatverständnis über digitale Projekte bis zu dem Bericht einer praktizierenden Muslima, die beim katholischen Bistum Osnabrück angestellt ist und ihre Erfahrungen in der politischen Bildung mit Migranten schildert.
Format:Vortrag und Diskussion
Workshopleitung:

  • Uta-Maria Kern, Verband der Bildungszentren im ländlichen Raum e.V.
  • Dua Zeitun, Katholische Landvolkhochschule Oesede

Ort: VHS Leipzig, Raum 206

Blaming Europe — praising Europe – bored by Europe
Die Themen EU und Europa wecken bei Menschen die verschiedensten Emotionen. Der Umgang damit ist uns aus unserer europapolitischen Arbeit bestens vertraut. Im Zuge des Bundeskongresses politische Bildung werden wir von unseren Erfahrungen berichten. Unser Workshop gliedert sich in drei Teile: 
1. EU und Emotionen: Fachwissenschaftliche Erkenntnisse für die politische Bildung 2. Europapolitische Bildung und Emotionen: Berichte aus der Praxis und Austausch 3. Praktische Übung zu Assoziationen und Emotionen
Format:Präsentation, Diskussion, Austausch, Assoziationsübung
Workshopleitung:

  • Florian Sanden, Europabüro für katholische Jugendarbeit und Erwachsenenbildung/AKSB e.V.
  • Kai Stenull, AKSB e.V.; Heinrich-Pesch Haus Ludwigshafen

Ort: VHS Leipzig, Raum 217

Politische Bildung und Extremismusprävention
Besonders Jugendliche und junge Erwachsene sind im Zuge des Heranwachsens auf der Suche nach Halt und Orientierung.  Um einer Radikalisierung vorzubeugen scheint es elementar, Prävention als Querschnittsthema in Bildungsangebote der politischen Jugendbildung zu integrieren. Im Rahmen des Workshops werden Anknüpfungspunkte der politischen Jugendbildung aus Projekten der Extremismusprävention vorgestellt und gemeinsam mit Expert*innen diskutiert, welchen Beitrag die politische Bildung im Hinblick auf Prävention leisten kann und sollte.
Format: Diskussion. Methode der TN-Aktivierung, Vortrag
Workshopleitung:

  • Karl Weber, GEMINI (Gemeinsame Initiative der Träger Politischen Jugendbildung im bap)
  • Johanna Zander, GEMINI

Ort: Schiller-Saal

Emotionale Voraussetzungen demokratischer Teilhabe in der Migrationsgesellschaft
Im Workshop sollen einschlägige Erkenntnisse aus dem Projekt „Empowered by Democracy“ mit Praxisbeispielen, interaktiven Methoden und Videos vorgestellt werden. Zudem ermöglicht der Workshop einen Erfahrungsaustausch zu den Fragen: Welche emotionalen Voraussetzungen braucht eine plurale, demokratische Migrationsgesellschaft? An welche emotionalen Ressourcen kann die Demokratie- und Menschenrechtsbildung anknüpfen? Wie können Emotionen in Maßnahmen politischer Bildung reflektiert werden? Wie kann ein Umgang mit unterschiedlichen emotionalen Ressourcen im Bildungskontext aussehen?
Format:Interaktive Übungen, Powerpoint-Impuls, Video, Diskussion
Workshopleitung:

  • Mark Medebach, Evangelische Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung
  • David Brixius, Arbeitsgemeinschaft katholisch-sozialer Bildungswerke in der Bundesrepublik Deutschland e. V.

Ort: VHS Leipzig, Raum 218

Wie hältst Du´s mit der Religion? Religionssensible Bildungsarbeit
Glaube und Religion, das ist doch eher Thema des Religionsunterrichtes als der politischen Bildung!? Dass der Glaube von Jugendlichen derzeit viel Aufmerksamkeit erhält, liegt vor allem an den verstärkten Präventionsbemühungen extremistischen religiösen Orientierungen insb. bei jungen Muslimen entgegenzuwirken. Kann es aber überhaupt eine Aufgabe der politischen Bildung oder der sozialen Arbeit sein „religiösbegründetem“ Extremismus entgegenzuwirken? Gibt es nicht auch einen positiven Zusammenhang zwischen Glauben und Politik? Und welche Sensibilität und Offenheit wäre nötig, um persönliche religiöse Überzeugungen zum Thema in der Jugendbildungsarbeit zu machen? Die BAG Katholische Jugendsozialarbeit hat sich u.a. im Rahmen des Programms „Respekt-Coaches“  gemeinsam mit Trägern der politischen Bildung auf den Weg begeben, um religionssensible Bildungsangebote für junge Menschen zu entwickeln. Der Workshop stellt Thesen und Erfahrungen vor und bietet Raum für den Disput.   
Format: Impulsvortrag, Vorstellen von Praxisbeispielen und Diskussion.
Workshopleitung:

  • Andrea Pingel, BAG Katholische Jugendsozialarbeit
  • Tom Urig, BAG  Katholische Jugendsozialarbeit

Ort: VHS Leipzig, Raum 219

Escape Game „General Solutions„
Politische Bildung im Escape Game? Die Evangelische Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung stellt ihr neu entwickeltes Format zum Thema Digitalisierung vor — und zur Diskussion. Das Szenario ist zwar fiktiv und spielt im Jahr 2025, ist aber schon heute sehr realistisch: Ein großer Technologiekonzern steht kurz davor, ein Social Scoring-System einzuführen. In Verbindung mit einer kompletten Vernetzung und Datafizierung des Alltags könnte es unser Verständnis von Freiheit und Demokratie grundlegend verändern…
Format:Workshop
Workshopleitung:

  • Ole Jantschek, Evangelische Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung
  • Jan Witza, Annika Gramoll, Evangelische Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung

Ort: VHS Leipzig, Raum 221

Emotionen gewollt – Denken gekonnt!?  Der meko-Weg zur eigenen Meinungsbildung
Wie kann man z.B. Stammtischparolen, FakeNews wirksam begegnen, sie fundiert hinterfragen und zu Entscheidungen gelangen oder andere Menschen zum Umdenken bewegen? Im Workshop werden wir spielerisch erlebbar machen, wie metakognitive Techniken in der inneren und äußeren  Auseinandersetzung mit anderen Menschen zu Lösungen und neuen Einsichten führen, ohne die eigenen Emotionen zu negieren. Die Teilnehmenden sollen auch einen Einblick erhalten, wie sie diesen Ansatz in ihre Bildungsarbeit integrieren können.
Format:Spiel
Workshopleitung:

  • Snezana Werner, Die Katholische Erwachsenenbildung Deutschland — Bundesarbeitsgemeinschaft e.V. (KEB Deutschland)
  • Ingrid Weiß, Kolping-Bildungszentrum Heilbronn

Ort: VHS Leipzig, Raum 315

Identität, Partizipation und Religion – Muslimische Jugendarbeit
Eine sozial engagierte und vielfältige Jugendarbeit muslimischer Organisationen ist in den letzten Jahren in Deutschland entstanden. Initiiert durch Bedürfnisse und Interessen der 2. und 3. Generation von Migrant_innen gibt es eine vitale Landschaft an Angeboten und Projekten, die Jugendliche in ihrer Persönlichkeitsentwicklung unterstützen, zur Teilhabe in einer pluralen, demokratischen Gesellschaft befähigen und zur Artikulation ihrer Interessen ermutigen. Vorgestellt und diskutiert werden Ergebnisse einer Expertise zur muslimischen Jugendarbeit als Akteur und Partner politischer Bildung.
Format: Präsentation mit Diskussion
Workshopleitung:

  • Engin Karahan, Karahan Consulting
  • Klaus Waldmann, Bundesauschuss Politische Bildung e.V. (bap); Karahan Consulting

Ort: Kongresshalle, Lessing-Saal

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