bap-Preis Politische Bildung 2022

Politische Bildung braucht Begegnung. Hybride Lernformate, digitale Lernwelten & authentische Lernorte.“ 

Politische Bildung braucht Begegnung.
Die Begegnung von Meinungen.
Die Begegnung von Menschen.
Und die Politische Bildung braucht Orte und Räume.
Orte und Räume, wo Begegnung stattfinden kann.
Orte und Räume, an denen wir lernen und uns austauschen können.

Die Pandemie hat diese Gewissheiten in Frage gestellt. Die Begegnung von Menschen ist erschwert, lange Zeit gar nicht möglich gewesen. Das Aufsuchen von Lern-Orten ist undenkbar, wenn Räume verschlossen und gesperrt sind.
Und dennoch ist Politische Bildung nötig, mehr denn je. Die Digitalisierung, die unser gemeinsames Leben – in der Kommunikation, in den Engagementformen, in der Arbeitswelt – verändert, hat uns in den letzten Jahren geholfen, Begegnung zu ermöglichen. Digitale Formate sind auch in der politischen Bildung zunehmend gefragt.
Die Digitalisierung eröffnet Chancen, neue Wege zu beschreiten, mehr Menschen für die Politische Bildung zu interessieren, vielleicht gerade diejenigen, die bislang wenig an politischer Bildung teilhaben konnten. Mit Hilfe von tools der Augmented Reality werden Wege kürzer und die Erlebbarkeit intensiver. Die eine oder andere – virtuelle – Begegnung wird sogar erleichtert, die analog nie zustande gekommen wäre, und die persönliche Begegnung
wird durch das digitale Format vielleicht sogar angebahnt.

Die Digitalisierung eröffnet Chancen, neue Wege zu beschreiten, mehr Menschen für die Politische Bildung zu interessieren, vielleicht gerade diejenigen, die bislang wenig an politischer Bildung teilhaben konnten.

Aber neben Chancen zeigen sich auch die Grenzen der Digitalisierung. Digitale Übersättigung und Müdigkeit werden spürbar. Manche Menschen finden sich nicht wieder in der digitalen Welt und bleiben auf der Strecke. Digitalisierung fordert eine Balance zwischen digitalen Innovationen, Nähe und Qualität, und führt auch zu anderen Formen des Austausches über Politik.

Damit stellt die Digitalisierung die Politische Bildung vor Herausforderungen und Fragen:

  • Was bleibt auf der Strecke, wenn Menschen über ihre Meinungen und Empfindungen nicht mehr in den persönlichen, analogen Austausch gehen können?
  • Wie soll interkulturelles Lernen erfolgen, wenn die persönliche Begegnung unmöglich ist?
  • Wie kann der authentische Lernort erfahrbar gemacht werden, wenn er nicht erlebbar ist?
  • Was bleibt von notwendiger Distanz, wenn mediale Überwältigung vorherrscht?
  • Kann das „politische Subjekt“ als Avatar unbeschadet seine Aufgaben wahrnehmen?

Kurzum – wie kann gute Politische Bildung mit digitalen oder hybriden Formaten gelingen? Wie kann das Zusammenspiel zwischen Hybridformaten, digitalen Lernwelten und authentischen Lernorten Begegnung und Politisches Lernen unterstützen? Wie kann gewährleistet werden, dass am Ende mehr gleichberechtigte Teilhabe ermöglicht wird?

Wir möchten mit der Ausschreibung des Preises erreichen, die Potenziale und Leistungen der politischen Bildung sichtbarer und öffentlicher zu machen. Wir sind dabei der Überzeugung, dass die Vergabe des bap Preises Politische Bildung eine gute Möglichkeit bietet, die Grundlagenarbeit, die die politische Arbeit leistet darzustellen und dabei deutlich zu machen, dass dies in kreativer und vielfältiger Weise unter Einbeziehungen von sehr unterschiedlichen Menschen erfolgt.

Welche Projekte werden prämiert?

• Projekte, die über digitale Angebote den Austausch zwischen Menschen unterschiedlicher Lebenssituationen stärken.
• Projekte, die eine gute Verknüpfung zwischen digitalen Lernwelten und authentischen Lernorten erreichen.
• Projekte, die über ansprechende Onlinetools, Apps oder Spiele neue Zugänge zu gesellschaftspolitischen Themen
ermöglichen.
• Projekte, die digitale tools im Internationalen Austausch und zur Unterstützung internationaler Begegnungen eingesetzt haben.
• Projekte, die das Eintauchen in die Virtuelle Realität im Rahmen der politischen Bildung kritisch reflektieren.
Bei allen genannten Projekten wird besonderer Wert auf die didaktischen und methodischen Ansätze gelegt, die den argumentativen Austausch unter den Teilnehmenden stärken.

Wer kann teilnehmen?

Ausgezeichnet werden ausschließlich Projekte, die bereits in der Praxis erprobt sind und im Zeitraum von Anfang 2020 bis Ende 2021 stattgefunden haben. Bewerben können sich freie Träger, Einrichtungen, Initiativen, Vereine, Verbände und Organisationen der politischen Jugend- und Erwachsenenbildung. Schulen können sich im Rahmen einer
Kooperation mit einem freien Träger bewerben. Die Bewerbung erfolgt dann durch den freien Träger. Um sich am Wettbewerb zu beteiligen, bitten wir darum, das Onlineformular bis zum 31. März 2022 auszufüllen:

Wie ist das Auswahlverfahren und wer vergibt den Preis?

Für die Vergabe des Preises wird es eine Jury geben, die sich aus Mitgliedern des Deutschen Bundestags, aus Ministerien und Behörden, aus der Wissenschaft, aus der Trägerlandschaft der politischen Bildung und aus Teilnehmer*innen an Veranstaltungen der politischen Bildung zusammensetzen wird. Die Vergabekriterien werden sich an folgenden Aspekten orientieren:
• Projekte mit Nachahmungscharakter
• Projekte mit besonderer Originalität
• Projekte mit Impulsfunktion

Wann werden die Preise vergeben?

Nach dem Ausschreibungsverfahren und der Auswahl der geeigneten Projekte werden die Preise im 2. Halbjahr 2022 im Rahmen einer (hybriden) Präsenzveranstaltung vergeben.

Wie hoch sind die Preise dotiert?

Die Preise werden jeweils mit 3.000 € prämiert.

Kontakt

Bei Fragen melden Sie sich bitte unter bap-preis2022@bap-politischebildung.de

Flyer zum Wettbewerb


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