bap-Preis politische Bildung 2017

Bitte beachten Sie die verlängerte Bewerbungsfrist: 15. März 2017!

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Wettbewerbs-Ausschreibung 2017

Lange Jahrzehnte erschien die Demokratie bei uns und im größten Teil Europas als ein zentraler Stabilitäts- und Wohlstandsfaktor. Demokratie galt als die alternativlose Staats- und Lebensform. Das drückte sich sowohl in vom Vertrauen der Mehrheit getragenen Parlamenten und Regierungen aus, als auch in einem friedlich- argumentativen Umgang der BürgerInnen untereinander, wenn es um zivilgesellschaftliche Angelegenheiten ging. Sicher gab es scharfen Streit und große Interessenauseinandersetzungen, aber den demokratischen Organen und Institutionen gelang in den meisten Fällen doch ein Ausgleich, ein Kompromiss oder eine von der Minderheit respektierte Mehrheitsentscheidung.

Seit einiger Zeit fällt dies immer schwerer. Die politische Großwetterlage kippt ins Demokratie-Skeptische, ja in Demokratieverachtung. In einem nennenswerten Teil Europas setzten sich populistische „postdemokratische“ PolitikerInnen und Regierungen immer stärker durch oder finden – wie bei uns in Deutschland – deutlich mehr Anklang. Autoritäres Handeln gewinnt in den öffentlichen Meinungen gegenüber demokratischer Entscheidungsfindung deutlich an Boden. In den digitalen Medien haben angesichts einer Masse von Wahrheitsverdrehung, Verschwörungstheorien und Häme argumentative Sachlichkeit, kritische Reflektion und der respektvolle Umgang mit einer anderen Meinung einen immer schwereren Stand.

Dabei gehören Demokratie als Staatsform, also ihre Institutionen und Verfahren, und Demokratie als Lebensform, also der diskursive, friedliche, respektvolle zivilgesellschaftliche Umgang mit- und untereinander, unverbrüchlich zusammen.

Das diesjährige Thema der Ausschreibung lautet deshalb „Klartext für Demokratie!“ – Offen und respektvoll, kompromissfähig und solidarisch denken und handeln!

Mit dem Preis Politische Bildung würdigt der bap Projekte der politischen Jugend- und Erwachsenenbildung aus den Jahren 2015 und 2016, die folgende Eigenschaften aufweisen:

  • Projekte, die sich aktiv der demokratischen BürgerInnen-Beteiligung auf lokaler und regionaler Ebene widmen und dabei Akzeptanz durch nachweislich argumentativ- respektvollen Umgang und mehrheitsfähigen Interessenausgleich gewonnen haben;
  • Projekte, die sich konstruktiv die Partizipation in und die Kooperation mit Organen und Institutionen der Demokratie zum Ziel gesetzt haben und sich dabei vor allem an junge, politisch bislang noch nicht aktive Menschen richten, um ihnen praxisnahe Einblicke in demokratische Strukturen und Verhaltensweisen zu ermöglichen;
  • Projekte, die auf kreative Weise die rational- argumentative Auseinandersetzung mit digitaler Demokratieverachtung und Desinformation in den Mittelpunkt rücken.

Vergabekriterien:

Projekte der politischen Bildung

Der eingereichte Beitrag ist ein Projekt politischer Bildung; „das Politische“ steht im Zentrum; das Thema der Ausschrei­bung ist berücksichtigt und umgesetzt.

Projekte mit Originalität

Das Projekt hat sich auf den Weg gemacht, etwas neu, un­gewöhnlich, kreativ auszuprobieren mit einem interessanten Thema, einer neuen Zielgruppe, ungewöhnlichen Methoden oder Formaten etc.

Projekte mit Netzwerkcharakter

Die Zusammenarbeit mit anderen Trägern, Einrichtungen und Organisationen ist Teil des Projekts und/oder die Einbeziehung neuer Bildungspartner, die Verankerung im Sozialraum oder in der Region.

Projekte mit Impulsfunktion

Im eingereichten Projekt konnten Erfahrungen und Ergebnisse erzielt werden, die auch für andere interessant sind.

Eine unabhängige ExpertInnenjury wählt die Preisträger aus. Es werden drei Preise verliehen, die mit je 3.000€ dotiert sind. Die Preisverleihung findet am 15. Juni 2017 in Berlin statt.

Bewerbungsbedingungen:

Bewerben können sich freie Träger, Einrichtungen, Initiativen, Vereine, Verbände und Organisationen der (politischen) Jugend– und Erwachsenenbildung. Schulen können sich im Rahmen einer Kooperation mit freien Trägern bewerben. Bewerber ist dann der freie Träger.

Bewerbungen sind ausschließlich online bis zum 15. März 2017, 18.00 Uhr möglich.

Den Flyer zum Wettbewerb können Sie hier herunterladen.

Der Preis wird vom Bundesausschuss politische Bildung (bap) mit Unterstützung durch und in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) vergeben.